Inhaltsangabe schreiben – Beispiel, Aufbau und Erklärung

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Soll ein Text oder der Inhalt eines Buches zusammengefasst werden, schreibt man üblicherweise eine Inhaltsangabe: einen kurzen und informativen Text, der den Inhalt sachlich zusammenfasst. Auf den ersten Blick eine einfache Aufgabe, die allerdings einige Hürden mit sich bringen kann: 
Der erste Stolperstein ist oft schon der Eingangssatz der Inhaltsangabe. Er wird gerne ganz vergessen oder fällt viel zu umfangreich aus. Dabei sollte der Eingangssatz tatsächlich nur aus einem, maximal zwei Sätzen bestehen.

Wenn man als Hilfestellung vier "W" Fragen im Kopf behält, hat man den Eingangssatz allerdings schon fast verfasst:

1. Um WAS für einen Text handelt es sich? Zum Beispiel: ein Roman, Kurzgeschichte, Gedicht etc.


2. WIE ist der Titel des Textes? Zum Beispiel: Tante Gerda und die Kirschen


3. WER hat den Text geschrieben? Zum Beispiel: A.W. Müller


4. WORÜBER handelt der Text?


Bei dem letzten Punkt geht es nicht darum, die komplette Handlung des Textes wiederzugeben. Es soll in EINEM Satz der Kern der Handlung beschrieben werden. Denkbar ist auch eine Nennung der entscheidenden Begebenheit der Geschichte, der die folgende Inhaltsangabe dann einleiten kann. Für eine bessere Übersicht des Inhaltes kann es hilfreich sein, auf einem separaten Blatt erst mal alle wichtigen Eckpunkte der Geschichte zu notieren. So fällt auch schnell auf, welche Ereignisse für die Inhaltsangabe unverzichtbar sind und auf welche Details man verzichten kann. 
Wichtig ist, die Handlung in einer chronologischen Reihenfolge zusammenzufassen. Dabei kann eine grobe Gliederung des Textes helfen. Damit vermeidet man wichtige Fakten zu vergessen und kann schon mal ein Grundgerüst für die folgende Inhaltsangabe schaffen. Beinhaltet der Ursprungstext Zeit- oder Gedankensprünge, müssen diese so geordnet werden, dass die Inhaltsangabe einen zusammenhängenden Sinn ergibt.

Aufbau der Inhaltsangabe

Der eigentliche Aufbau der Inhaltsangabe gliedert sich in drei Abschnitte: Einleitung, Hauptteil und Schluss.

1. Die Einleitung beinhaltet den oben erwähnten Eingangssatz. Der auch nur aus EINEM Satz bestehen sollte.


2. Der Hauptteil ist die eigentliche Inhaltsangabe. Hier wird die Handlung des Textes zusammengefasst.


3. Der Schluss kann meist individuell gestaltet werden. Entweder geht man auf die Wirkung der Geschichte ein und die mögliche Absicht des Autors, oder hebt sprachliche Eigenschaften des Textes hervor. Manchmal ist ein Fazit gewünscht mit der eigenen Meinung, das auch im Schlussteil Platz finden sollte.

Ist das Konzept für die Inhaltsangabe fertig und der Eingangssatz verfasst, kommt man zur eigentlichen Zusammenfassung, den Hauptteil der Inhaltsangabe. Hierbei werden leider oft kleine Fehler gemacht, die sich allerdings einfach vermeiden lassen, wenn man sich an ein paar Regeln hält:

Grundsätzlich gilt für eine Inhaltsangabe:

1. Der Stil des Textes ist sachlich und informativ


2. Die Inhaltsangabe ist so kurz und knapp wie möglich


3. Einzelheiten, die für das Verständnis der Handlung nicht notwendig sind, gehören nicht in die Inhaltsangabe


4. Von sprachlichen Ausschmückungen sollte Abstand genommen werden


5. Die Inhaltsangabe muss immer in eigenen Worten wiedergegeben werden. Es dürfen keine Sätze aus dem Originaltext abgeschrieben und verwendet werden.


6. Die eigenen Worte sollten objektiv und nüchtern gewählt sein und auf umgangssprachliche Wendungen sollte gänzlich verzichtet werden.

7. Einer der wichtigsten Punkte, der oft zu Fehlern führt ist die richtige "Zeit" in der Zusammenfassung: Eine Inhaltsangabe wird immer in der Gegenwartsform (Präsens) verfasst. Keinesfalls in der Vergangenheit. 
Die meisten Texte spielen allerdings in der Vergangenheit, was den Schreiber leicht dazu verführt bei der Inhaltsangabe ebenfalls diese Form zu wählen. Heißt es im Ursprungstext: Tante Gerda nahm die roten Kirschen und wog sie auf der Waage.
Muss es in der Inhaltsangabe lauten: Tante Gerda nimmt die Kirschen und wiegt sie ab.

8. Wörtliche Rede und Zitate haben in der Inhaltsangabe nichts zu suchen. Es wird nicht auf Textstellen verwiesen, wie man das von einer Interpretation her kennt. Heißt es im Ursprungstext: Die Enkelin sagt: "Die Kirschen sind so lecker."
Muss es in der Inhaltsangabe lauten: Der Enkelin schmecken die Kirschen. 
Eine Zeilen- oder Versangabe wird nicht gegeben.

9. Romane oder Kurzgeschichten sind meist in bildhafter Sprache und mit vielen Details verfasst. Personen, Orte und Situationen werden genau beschrieben, sodass man versucht ist, diese Details auch in der Inhaltsangabe zu erwähnen. 
ABER: In eine Inhaltsangabe gehören nur die notwendigen Informationen der Handlung und keine ausschmückenden Details. Heißt es im Ursprungstext: Tante Gerda nahm die roten und süßen Kirschen, deren Duft durch das ganze Haus zog, an den Wänden haften blieb und den Weg in Saras Zimmer und ihre kleine Stupsnase fand. Kurze Infos, wer eine Waschmaschine kaufen will kann dies gut online tun. 
Muss es in der Inhaltsangabe lauten: Tante Gerda nimmt die Kirschen, die Sara bis in ihr Zimmer richen kann.

Hält man sich an diese Regeln, können Fehler vermieden werden und einer gelungenen Inhaltsangabe steht nichts mehr im Wege.

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