Inhaltsangabe schreiben – Beispiel, Aufbau und Erklärung

Posted on the Juni 28th, 2011 under inhaltsangabe by

Soll ein Text oder der Inhalt eines Buches zusammengefasst werden, schreibt man üblicherweise eine Inhaltsangabe: einen kurzen und informativen Text, der den Inhalt sachlich zusammenfasst. Auf den ersten Blick eine einfache Aufgabe, die allerdings einige Hürden mit sich bringen kann:
Der erste Stolperstein ist oft schon der Eingangssatz der Inhaltsangabe. Er wird gerne ganz vergessen oder fällt viel zu umfangreich aus. Dabei sollte der Eingangssatz tatsächlich nur aus einem, maximal zwei Sätzen bestehen.

Wenn man als Hilfestellung vier "W" Fragen im Kopf behält, hat man den Eingangssatz allerdings schon fast verfasst:

1. Um WAS für einen Text handelt es sich? Zum Beispiel: ein Roman, Kurzgeschichte, Gedicht etc.
2. WIE ist der Titel des Textes? Zum Beispiel: Tante Gerda und die Kirschen
3. WER hat den Text geschrieben? Zum Beispiel: A.W. Müller
4. WORÜBER handelt der Text?
Bei dem letzten Punkt geht es nicht darum, die komplette Handlung des Textes wiederzugeben. Es soll in EINEM Satz der Kern der Handlung beschrieben werden. Denkbar ist auch eine Nennung der entscheidenden Begebenheit der Geschichte, der die folgende Inhaltsangabe dann einleiten kann.

Für eine bessere Übersicht des Inhaltes kann es hilfreich sein, auf einem separaten Blatt erst mal alle wichtigen Eckpunkte der Geschichte zu notieren. So fällt auch schnell auf, welche Ereignisse für die Inhaltsangabe unverzichtbar sind und auf welche Details man verzichten kann.
Wichtig ist, die Handlung in einer chronologischen Reihenfolge zusammenzufassen. Dabei kann eine grobe Gliederung des Textes helfen. Damit vermeidet man wichtige Fakten zu vergessen und kann schon mal ein Grundgerüst für die folgende Inhaltsangabe schaffen. Beinhaltet der Ursprungstext Zeit- oder Gedankensprünge, müssen diese so geordnet werden, dass die Inhaltsangabe einen zusammenhängenden Sinn ergibt.

Aufbau der Inhaltsangabe

Der eigentliche Aufbau der Inhaltsangabe gliedert sich in drei Abschnitte: Einleitung, Hauptteil und Schluss.

1. Die Einleitung beinhaltet den oben erwähnten Eingangssatz. Der auch nur aus EINEM Satz bestehen sollte.
2. Der Hauptteil ist die eigentliche Inhaltsangabe. Hier wird die Handlung des Textes zusammengefasst.
3. Der Schluss kann meist individuell gestaltet werden. Entweder geht man auf die Wirkung der Geschichte ein und die mögliche Absicht des Autors, oder hebt sprachliche Eigenschaften des Textes hervor. Manchmal ist ein Fazit gewünscht mit der eigenen Meinung, das auch im Schlussteil Platz finden sollte.

Ist das Konzept für die Inhaltsangabe fertig und der Eingangssatz verfasst, kommt man zur eigentlichen Zusammenfassung, den Hauptteil der Inhaltsangabe. Hierbei werden leider oft kleine Fehler gemacht, die sich allerdings einfach vermeiden lassen, wenn man sich an ein paar Regeln hält:

Grundsätzlich gilt für eine Inhaltsangabe:

1. Der Stil des Textes ist sachlich und informativ
2. Die Inhaltsangabe ist so kurz und knapp wie möglich
3. Einzelheiten, die für das Verständnis der Handlung nicht notwendig sind, gehören nicht in die Inhaltsangabe
4. Von sprachlichen Ausschmückungen sollte Abstand genommen werden
5. Die Inhaltsangabe muss immer in eigenen Worten wiedergegeben werden. Es dürfen keine Sätze aus dem Originaltext abgeschrieben und verwendet werden.
6. Die eigenen Worte sollten objektiv und nüchtern gewählt sein und auf umgangssprachliche Wendungen sollte gänzlich verzichtet werden.

7. Einer der wichtigsten Punkte, der oft zu Fehlern führt ist die richtige "Zeit" in der Zusammenfassung: Eine Inhaltsangabe wird immer in der Gegenwartsform (Präsens) verfasst. Keinesfalls in der Vergangenheit.
Die meisten Texte spielen allerdings in der Vergangenheit, was den Schreiber leicht dazu verführt bei der Inhaltsangabe ebenfalls diese Form zu wählen.

Heißt es im Ursprungstext: Tante Gerda nahm die roten Kirschen und wog sie auf der Waage.
Muss es in der Inhaltsangabe lauten: Tante Gerda nimmt die Kirschen und wiegt sie ab.

8. Wörtliche Rede und Zitate haben in der Inhaltsangabe nichts zu suchen. Es wird nicht auf Textstellen verwiesen, wie man das von einer Interpretation her kennt.

Heißt es im Ursprungstext: Die Enkelin sagt: "Die Kirschen sind so lecker."
Muss es in der Inhaltsangabe lauten: Der Enkelin schmecken die Kirschen.
Eine Zeilen- oder Versangabe wird nicht gegeben.

9. Romane oder Kurzgeschichten sind meist in bildhafter Sprache und mit vielen Details verfasst. Personen, Orte und Situationen werden genau beschrieben, sodass man versucht ist, diese Details auch in der Inhaltsangabe zu erwähnen.
ABER: In eine Inhaltsangabe gehören nur die notwendigen Informationen der Handlung und keine ausschmückenden Details.

Heißt es im Ursprungstext: Tante Gerda nahm die roten und süßen Kirschen, deren Duft durch das ganze Haus zog, an den Wänden haften blieb und den Weg in Saras Zimmer und ihre kleine Stupsnase fand.
Muss es in der Inhaltsangabe lauten: Tante Gerda nimmt die Kirschen, die Sara bis in ihr Zimmer richen kann.

Hält man sich an diese Regeln, können Fehler vermieden werden und einer gelungenen Inhaltsangabe steht nichts mehr im Wege.

Michael Kohlhaas Inhaltsangabe Zusammenfassung Heinrich Kleist

Posted on the August 18th, 2011 under kleist by

Michael Kohlhaas Inhaltsangabe Zusammenfassung Heinrich Kleist

Heinrich von Kleist schrieb diesen Roman auf Grund einer wahren Begebenheit aus dem 16. Jahrhundert.

Michael Kohlhaas ist ein gutsituierter Pferdehändler aus dem Brandenburgischen und ein braver Untertan der Obrigkeit. Als er eines Tages mit ein paar Pferden nach Sachsen reist, muss er an der Burg des Junkers Wenzel von Tronka vorbei. Dieser fordert einen Passierschein für die Reise von ihm. Da Kohlhaas von einem solchen Passierschein nichts weiß, behält der Junker zwei Pferde als Pfand ein. In Dresden angekommen erfährt Kohlhaas, dass solche Passierscheine überhaupt nicht existieren.

Auf der Rückreise fordert er vom Junker seine Pferde zurück. Diese Pferde wurden aber inzwischen zu harter Feldarbeit eingesetzt und sind abgemagert und kraftlos geworden. Empört wendet Kohlhaas sich an den Kurfürsten von Sachsen und reicht Klage gegen den Junker ein. Dessen Familie hat aber großen Einfluss bei Hofe und die Klage wird abgewiesen.

Unbeirrt versucht Kohlhaas weiter, sich auf gesetzlichem Wege Recht zu verschaffen. Bei einem Bittgang seiner Frau zum Kurfürsten wird diese schwer verletzt und stirbt. Da beschließt er einen privaten Rachefeldzug gegen den Junker von Tronka. Mit ein paar Getreuen überfällt er die Burg des Junkers. Alle Bewohner werden getötet, nur der Junker selbst kann entkommen und flüchtet auf Umwegen nach Wittenberg. Kohlhaas rückt mit seiner ständig anwachsenden Heeresmeute gegen Wittenberg vor und brandschatzt Teile der Stadt. Wenzel von Tronka flüchtet weiter nach Leipzig.

Auch hierhin folgt ihm Kohlhaas und steckt auch Leipzig teilweise in Brand. Jetzt schaltet sich Martin Luther ein und sucht ein Gespräch mit dem inzwischen zu trauriger Berühmtheit gelangten Kohlhaas. Nach diesem Gespräch erwirkt Luther mit einer Bittschrift an den Kurfürsten von Sachsen freies Geleit für Kohlhaas nach Dresden. Hier soll er Gelegenheit bekommen, seine Klage noch einmal einzureichen. Aber inzwischen haben sich Versprengte seiner Bande unter der Führung eines gewissen Johann Nagelschmidt zusammengeschlossen und ziehen plündernd und brandschatzend durch das Land.

Nagelschmidt behauptete, der enge Vertraute von Michael Kohlhaas zu sein. Kohlhaas aber verabscheute diese Raubzüge und will den Anführer der Gerichtsbarkeit übergeben. Aber auf Grund einer Amnestie kommt Johann Nagelschmidt frei. Die Vorwürfe gegen Kohlhaas, mit dem wilden Haufen zu kooperieren, werden entkräftet. Michael Kohlhaas steht aber trotzdem unter Hausarrest. Nagelschmidt bietet ihm Hilfe bei einer Flucht aus Dresden an. Kohlhaas stimmt zu, aber nur um aus Dresden zu entkommen und sich dann ins Ausland abzusetzen.

Doch die Botschaften wurden abgefangen und Kohlhaas wird verhaftet. Er wird jetzt der brandenburgischen Gerichtsbarkeit übergeben. Der Kurfürst von Brandenburg verspricht ihm einen fairen Prozess. In diesem Prozess wird Junker von Tronka zu Schadenersatz und Gefängnis verurteilt, aber gleichzeitig über Michael Kohlhaas das Todesurteil wegen Landfriedensbruch verhängt. Inzwischen hat der sächsische Kurfürst von einem Papier erfahren, welches eine Zigeunerin einmal Kohlhaas geschenkt hat.

Auf diesem Papier ist der Name des letzten Kurfürsten von Sachsen vermerkt, mit dem die Herrschaft dieses Adelsgeschlechts endet. Alle Bemühungen des Kurfürsten, in den Besitz dieses Papiers zu gelangen scheitern. Noch auf dem Schafott vor seiner Hinrichtung verschluckt Michael Kohlhaas dieses Papier. Der Kurfürst erleidet einen Nervenzusammenbruch und wird ohnmächtig.

Der Besuch der alten Dame Inhaltsangabe Zusammenfassung Friedrich Dürrenmatt

Posted on the August 17th, 2011 under duerrenmatt by

Der Besuch der alten Dame Inhaltsangabe Zusammenfassung

 

In den 1956er Jahren, einer Zeit, in der sich die deutsche, schweizerische und österreichische Literatur hoher Beliebtheit erfreute, verfasste der Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt seine Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“. Das zentrale Ereignis und die Handlung in diesem Werk formuliert dem Titel entsprechende Geschehnisse die mit den Besuch einer alten Dame in ihrer Heimatstadt zusammenhängen. Durch das gesamte Stück hindurch zieht sich der Ruf nach Gerechtigkeit und Menschlichkeit.

Claire Zacharias, geborene Klara Wäscher, bezeichnete einst in jungen Jahren das Sinnbild von Schönheit, Milde und Güte. Als 17jährige erwartete sie ein Kind von dem zwei Jahre älteren Alfred Ill. Sie vergötterte ihn, er war ihre große Jugendliebe. Ill jedoch hatte andere Pläne, als Vater zu sein, und wollte in einen kleinen, gutgehenden Laden im Ort einheiraten. Bereits in diesen jungen Jahren bewies er damit seine Verführbarkeit und Untreue. Bei der Erörterung der Vaterschaft sprach der bestochener Richter der Aussage zweier falscher Zeugen mehr Beweiskraft zu als den Aussagen der Klara Wäscher. Es wurde ein Meineid auf die Vaterschaft des Kindes geschworen. Die junge Klara wurde verteufelt und musste unter Schimpf und Schande die Stadt Güllen verlassen.
Unter harten Bedingungen baute sie sich eine eigene Welt auf. „Die Welt machte mich zu einer Hure, und nun mache ich sie zu einem Bordell“, diese Aussage prägt ihren weiteren Lebensweg, der von Härte und psychischer Unnahbarkeit gezeichnet ist. Ihr Seelenleben ist zerstört, durch die vielen Erniedrigungen in ihrer Jugend wurde sie kaltherzig und starr. Ihre Verhältnisse waren gekennzeichnet durch Heiraten und Witwenschaften, der sie zu einer finanziellen Bereicherung führte, und dem Umgang mit seelenlosen Typen. Als Prostituierte arbeitete sie, in ihrem Gewerbe jedoch wurde sie zur Großunternehmerin und kam in Besitz eines gutgehenden Vergnügungsviertels.

Alfred Ill blieb zeit seines Lebens in Güllen wohnen, er entwickelte sich zu einem typischen kleinen Krämer, in der kleinstädtischen Welt jedoch nahm er eine bevorzugte Stellung ein.

Claire hegt eine gnadenlose Forderung nach Gerechtigkeit. Es zieht sie 45 Jahre später in ihre völlig verarmte und ruinierte Heimatstadt Güllen zurück. Von den Bürgern werden an ihren Besuch höchste Erwartungen geknüpft. Sie hoffen auf ihre Mildtätigkeit, und sie wird bereits vor ihrem eigentlichen Erscheinen als eine Berühmtheit gepriesen. Der ehemalige Geliebte, Verführer und Verräter Ill nimmt als ihr Gegenspieler eine Position ein, die ihr Eintreffen in der Kleinstadt zu einem besonders wirkungsvollen Ereignis macht, es lässt die Naturgewalten als aufgebrochen erscheinen. Die Hoffnungen der armen Bürger von Güllen zentrieren sich ausschließlich auf ihre Person, ihre einst bekannte Warmherzigkeit und gütige Einstellung. Ihre Erwartungen werden zunächst erfüllt: Sie verspricht der Stadt und den Einwohnern je zur Hälfte eine Milliarde, die gestellte Bedingung jedoch lehnen die Bürger empört ab, denn Sie sollen ihre Jugendliebe töten! Sie weisen es von sich, an dem tragischen Lebensweg der Klara Wäscher durch Mitwissenschaft an dem damaligen Meineid mitschuldig geworden zu sein. Ihre Hände waschen sie in Unschuld und moralisch weisen sie natürlich einen solchen Plan weit von sich. Als jedoch die Armut in der Kleinstadt immer größer wird, und einer nach dem anderen in der Schuldenfalle zu versinken droht, verfallen sie schließlich dem Reiz des Reichtums und gehen auf ihre Bedingung ein. Die Bürger werden zu willenlosen Marionetten der Claire Zachanassians.
Alfred, der noch immer glaubte, seine Jugendfreundin betören zu können, versucht auf diesem Wege, ihr das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Er wird schließlich doch von den Güllenern ermordet, die verabredete Arztdiagnose: Herzschlag. Ill verlässt die Stadt gemeinsam mit Claire, in ihrem eigens für ihn angefertigten Sarg, nach Capri, wo Claire Zachanassian bereits Jahre zuvor ein Mausoleum für ihre Jugendliebe eingerichtet hatte. Sie lassen die Bürger mit ihrem Verbrechen zurück.

Kleider machen Leute Inhaltsangabe Zusammenfassung Gottfried Keller

Posted on the August 17th, 2011 under keller by

Kleider machen Leute Inhaltsangabe Zusammenfassung Gottfried Keller

 

Gottfried Kellers Werk "Kleider machen Leute" verpackt einen weitverbreiteten Spruch in eine Geschichte, die auch von Erwachsenen gern gelesen wird. Die Funktion der Kleidung in der Gesellschaft wird anhand der Hauptperson Wenzel verdeutlicht. Die Novelle stellt auf spielerischer Weise den Unterschied zwischen „Leute machen Kleider“ und „Kleider machen Leute“ dar.

Wenzels Vergangenheit

Wenzel stammt aus Schlesien, aus armen Verhältnissen und hat von Geburt aus schlechte Zukunftsaussichten. Wenzel dient ein Jahr lang der Armee. Danach wird ihm lediglich eine Schneiderlehre ermöglicht, welche er aber aus Geldnot abbrechen muss. Um vor den Schulden zu flüchten, verlässt Wenzel seine Heimat Schlesien. Ein weiterer Grund für die Abreise ist der Tod seiner Mutter, er ist auf sich selbst aufgestellt. Er ist nicht mehr an seine Heimatstadt gebunden und will sein Glück an einem anderen Ort versuchen.

Der rettende Reisewagen

Wenzel reist in die weite Welt, hat jedoch Schwierigkeiten, wegen seiner Kleidung Unterkunft und Essen zu bekommen. Da seine Mutter für eine Gutsherrin gearbeitet hat, hatte Wenzel die Möglichkeit erhalten, sich anders zu kleiden und zu verhalten. Dies wird ihm besonders behilflich auf der Reise. Dank des großzügigen Kutschers erreicht er eine fremde Stadt- Goldach. Die Einwohner halten ihn wegen der Kleidung für einen Grafen und verhalten sich dementsprechend. Wenzel verweilt längere Zeit in dieser Stadt. Er erhält Unterkunft beim Gasthof "Zur Waage". Die Bewohner wundern sich, dass der Fremde kein Gepäck hat, und bieten ihm Essen und Kleidung an. Wenzel wird aufgefordert, Karten zu spielen und er gewinnt. Auf dieser Weise kann er die Unterkunft bezahlen.
Der ehemalige Schneider schafft es ungewollt, den Einwohnern vorzutäuschen, er wäre ein Graf. Doch es plagt ihn sein Gewissen und er will öfter die Stadt verlassen. Aber jedes Mal überlegt er sich anders und bleibt trotzdem. Ein Grund für den Aufenthalt ist Nettchen, die Tochter des Amtsrats. Nettchen und der angebliche Graf verlieben sich und wollen sich verloben.

Ein Strich durch die Rechnung

Jedoch haben die zwei Verliebten nicht mit dem Schneiderfestzug und mit dem Buchhalter gerechnet. Der Buchhalter will Nettchen heiraten, also will er Wenzel in die Falle locken. Er merkt, dass der „Graf” gestochene Finger hat. Wie durch Zufall kommt ein Schneiderfestzug in die Gegend, wo Wenzel und Nettchen wohnen.
Unter den Feiernden ist auch Wenzels ehemaliger Dienstherr. Dieser erkennt ihn und spricht ihn an. Wenzel entscheidet sich wieder, die Stadt zu verlassen.

Wenzel erzählt Nettchen, wie es zum Vorfall kommen konnte, dass er für einen Grafen gehalten wurde. Nettchen merkt, dass Wenzel ehrlich ist und wahre Liebe für sie empfindet, und sucht ihn. Nettchen findet ihn und beschließt, mit ihm nach Seldwyla zu ziehen.

Ein neuer Anfang

Nettchen schafft es, ihren Vater zu überreden, dass sie und Wenzel heiraten dürfen. Sie bringt ihren Vater und ihren Ehemann näher zueinander.
Wenzel öffnet ein Geschäft, dieses finanziert er mit Nettchens Geldanlagen. Er wird damit erfolgreich und vermögend. Nach mehreren Jahren sammelt er Berufserfahrung und wird dadurch noch reicher. Nettchen und Wenzel bekommen auch Nachwuchs und verlassen die Stadt. Sie ziehen nach Goldach um.

Die Novelle zeigt, wie die Kleider die Wahrnehmung der Menschen verändern können. Der erste Eindruck ist für die Meinungsbildung Vieler entscheidend. Erst im Nachhinein kommt die Wahrheit zum Vorschein, was in manchen Fällen zu spät ist. Die vorgestellte Novelle handelt von einer Person, die versehentlich für eine andere Person gehalten wurde. Aber oft ist es der Fall, dass Menschen absichtlich vortäuschen, eine andere Person zu sein. Ziel ist es für diese, bestimmte Vorteile zu genießen.

Effi Briest Inhaltsangabe Zusammenfassung Theodor Fontante

Posted on the August 16th, 2011 under fontane by

Effi Briest Inhaltsangabe/Zusammenfassung Theodor Fontante

 

Effi Briest, dies ist der Name der Protagonistin im 1896 erschienen Buch. Theodor Fontane legte damit einen Gesellschaftsroman vor, in dem zwischenmenschliche Probleme sowie gesellschaftliche Logiken explizit und in einer verständlichen sprachlichen Ausführung thematisiert werden. Vordergründig geht es in Effi Briest um eine unfreiwillig geschlossene und unharmonische Ehe, die von Affären durchzogen wird und für die Hauptfigur letztlich einen gesellschaftlichen Abstieg und persönliches Unglück herbeiführt.

Die Geschichte setzt mit einer Szene im Familienhaus Briest in Hohen-Cremmen ein. Die zwanzigjährige Effi unterhält sich lebendig mit ihrer Mutter über ihre Kleidung. Das kindliche Aussehen ihres Kleides bemängelt Effi und fragt, warum aus ihr keine Dame gemacht werde. Der Baron Instetten, einst Offizier und nun Landrat in Kessin, ist zu Besuch und hat um Effis Hand angehalten. Die Mutter spricht ihrer Tochter gut zu und kurz darauf findet bereits die Verlobung mit dem um Jahre älteren Mann statt. Die Hochzeitsvorbereitungen beginnen. Effi gewährt Einblicke in ihre Gefühle, Sorgen und ihre Gedanken über Instetten; sie fürchte sich vor dem Mann.

Nach der Hochzeit verbringt das Paar seine Flitterwochen in Italien. Sie besichtigen einige Sehenswürdigkeiten und Instetten versucht mit intellektuellen Vorträgen zu brillieren. Effi langweilt das Zusammensein mit ihrem jetzigen Ehemann und schreibt Briefe an ihre Familie, in denen sie über Heimweh klagt. Nach anfänglicher Bewunderung für das Haus in Kessin fühlt sich Effi immer mehr unwohl in ihrem neuen Zuhause und glaubt sogar, es würde Spuken. Ihr Anliegen, die Räume anders zu gestalten oder umzuziehen, findet bei Instetten kaum Gehör.

Effi lernt ein paar Bewohner ihrer neuen Heimat kennen, unter anderem den Apotheker Geishübler, der ihr etwas Abwechslung verschafft. Instetten ist viel auf Dienstreisen und Effi bleibt oft allein zurück. Im Winter wird sie schwanger. Die Tochter kommt im Sommer zur Welt und wird Lütt-Annie genannt. Zu dieser Zeit macht sie auch die Bekanntschaft mit Major von Crampas, der als neuer Landwehrbezirkskommandeur nach Kessin zurückgekehrt ist. Das Verhältnis zu Crampas ist sehr ausgelassen und während einer Schlittenfahrt kommt es zu körperlichen Annäherungen seinerseits. Auch ein regelmäßiger Briefwechsel findet statt.

Instetten ahnt das nunmehr innige Verhältnis zwischen Effi und Crampas. Er wird beruflich nach Berlin versetzt, wohin die junge Familie schließlich umzieht. Effi erhofft sich viel von dem Ortswechsel auch eine Distanz zu Crampas, der ihr mittlerweile viel Unbehagen bereitet. Die Zeit in Berlin tut Effi tatsächlich gut, die sozialen Kontakte werden besser und ihr gesellschaftliches Ansehen steigt. Körperliche Beschwerden nehmen jedoch zu, sie fährt zur Kur in Ems.

Derweil stößt das Zimmermädchen im Nähtisch auf ein Bündel von Briefen, die die Affäre zu Crampas bezeugen. Instetten findet sie und fordert Crampas kurzerhand zum Duell auf. Obwohl der Geheimrat Wüllersdorf noch versucht ihn abzuhalten, wird in Kessin das Duell durchgeführt: Crampas stirbt.

Verwandte und Bekannte erfahren von den Affären, Effi kann nicht mehr zu Instetten in Berlin zurückkehren und auch ihre Eltern nehmen sie nicht mehr auf. Sie geben ihr jedoch etwas Geld, mit dem Effi versucht ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Gemeinsam mit Roswitha, dem ehemaligen Zimmermädchen, nimmt sie sich eine Wohnung in Berlin. Die Tochter Annie bleibt bei Instetten und erst drei Jahre nach dem Vorfall können die beiden aufeinander treffen. Die Kühle und Distanziertheit des eigenen Kindes ist für Effi schwer zu verkraften. Sie fällt in Melancholie und erkrankt.

Schließlich wird die leidende Effi durch Fürsprechen ihres Hausarzts wieder in Hohen-Cremmen bei der Familie Briest aufgenommen. Der Vater verzeiht seiner Tochter, die Mutter versöhnt sich nach einiger Bedenkzeit auch. Durch lange Spaziergänge verbessert sich Effis Zustand zunächst, was sie aber nicht vollständig aus der Krankheit rettet. Am Ende stirbt Effi. Der Grabstein trägt nur den Namen „Effi Briest.“